A Business Process Love Story Teil I: Brokkoli Vision

Wie sich zwei Idealisten zusammentaten, um über Brokkoli zu sprechen.

21.4.2020
von
Sascha Herzog

Einfach & Visuell - koste es, was es wolle.

Ich erinnere mich noch gut an das Telefongespräch, welches vor gut zwei Jahren das Projekt Qlinker begründet hatte. Dass Venas Namen auf dem Display meines Handys aufleuchtete, war bereits zu jener Zeit an der Tagesordnung.

Vena hatte gerade eine neue Stelle als QM-Leiter eines mittelständischen Industriebetriebs angetreten. Dieser Umstand war aber ein weit seltener Grund der Kontaktaufnahme als seine Ausbildung zum diplomierten Techniker Unternehmensprozesse, die er an der HF in Angriff genommen hatte. Doch an diesem Tag Stand keine Frage aus den Gebieten Marketing, Buchhaltung oder Finanzmathematik an.

Stattdessen fragte mich Vena gerade hinaus:
Was würde es uns kosten, wenn deine Entwickler ein geiles Prozesshaus mit integriertem Dokumentenmanagement für uns erstellen würden?
Idee Qlinker

Mir war klar: Die Antwort auf die Kostenfrage würde Vena ganz und gar nicht gefallen. Mit seiner spontanen Anfrage brachte er jedoch eine Erinnerung zurück. Einige Jahre zuvor durfte ich nämlich für das QM meines damaligen Arbeitgebers ein dreihundert-seitiges, PDF-basiertes Prozesshandbuch aufbereiten.

Um diesem «Monster», wie ich es nannte, wenigstens den Anschein einer bequem handhabbaren Lösung zu verleihen, habe ich es mit einem visuellen Prozesshaus bestückt, welches ich in einem PDF Editor mühsam mit den einzelnen Kapiteln verlinken musste.

Wir waren überzeugt, dass es kein Zufall war, dass wir dieses Bedürfnis in zwei unabhängigen und komplett unterschiedlichen Unternehmen identifiziert hatten. Und wenn eine wirklich "geile" Lösung als Massanfertigung für Venas Arbeitgeber war, so liess sich die Kostenfrage allenfalls durch das Erarbeiten einer Standardlösung, welche sich in verschiedenen Betrieben einsetzen lassen würde, aus der Welt schaffen.

So war die Vision geboren:

Die einfachste, visuellste und Sinn stiftendste Software-Lösung für ein integriertes Qualitäts- und Prozessmanagement in KMU sollte es sein.

Anmerkung Vena: Per schnellstmöglichem Liefertermin bitteschön!

Fraktale Strukturen

Wir suchten den Sinn und fanden ... Brokkoli!

Das mit dem «Sinn stiftend» war gerade etwas geflunkert. Denn diese Sinnstiftung wurde erst später ergänzt, unsere Vision dadurch erst recht vom Idealismus geschwängert.

Das sei aber auf Visions-Ebene durchaus zulässig, wie mir Vena versicherte.

Und tatsächlich war es dieses Element der Sinnstiftung als Grundlage des einfachsten und visuellsten QM-Systems, sowie Venas Ausführungen zum «Fraktalen Unternehmen», welche mich mehr und mehr zu begeistern begannen.

«Brokkoli. Denk einfach an Brokkoli»,

fuhr mich Vena an, wenn er mir das Prinzip der Fraktale näherzubringen versuchte.  Fraktale Strukturen sind geometrische Gebilde, die sich aus einer Grundstruktur, dem Fraktal, durch iterierte Transformation ableiten lassen. Mit anderen Worten: Ein komplexes Ganzes, das sich aus einem nach bestimmter Gesetzmässigkeit wiederkehrenden Grundelement ableiten lässt. Ich verstand erst einmal nur Brokkoli.

Je mehr ich mich jedoch damit befasste, desto stärker wurde die Faszination, welche die Idee des Fraktals auf mich ausübte. Besonders reizvoll daran waren für mich die zwei Sichtweisen, die sich ideell auch auf Organisationen übertragen lassen.

Das Fraktale Unternehmen

Da ist einerseits die komplexe Gesamtstruktur, also das Unternehmen, welches als Gesamtsystem wertschöpfend sein soll. Dieses wird aus - idealerweise selbstähnlichen, d.h. in ihrer Zielausrichtung übereinstimmenden -Teilen aufgebaut.

Zielvererbung, also die Übertragung der übergeordneten unternehmerischen Motive auf die darunterliegenden organisatorischen Einheiten, war das Wort, welches mich sofort fesselte.

Denn ich realisierte dank Venas Brokkoli-Vision, dass es gerade mangelnde Zielvererbung oder eben Sinnstiftung gewesen war, die mich einst vom Angestelltendasein in die Selbstständigkeit trieb. Es war der fehlende Zusammenhang zwischen der Frage «Wieso existiert unser Unternehmen?» und der Frage «Wieso bin ich heute Morgen aufgestanden?».

Der langen Rede kurzer Sinn: Wir wollten nicht nur eine einfache und visuell ansprechende Lösung für das Qualitätsmanagement in KMU Betrieben schaffen, sondern den Unternehmen auch eine Tür der Sinnstiftung aufstossen: Unsere Lösung sollte nicht nur aufzeigen, welche Wertschöpfung als Unternehmen insgesamt generiert wird, sondern wie und wo die darin arbeitenden Menschen dazu beitragen.

Zur Erinnerung: Wir sind immer noch auf Stufe Vision. Idealismus ist hier durchaus zulässig.

Realitätstransfer

Im Rahmen der darauffolgenden Phase der Suche nach einem geeigneten Business Modell durften wir uns früh genug mit handfesten Fakten herumschlagen. Kosten und Liefertermin waren schliesslich ja noch zu klären. Davon berichten wir euch gerne ein andermal.

Sprich mit uns über Brokkoli!