A Business Process Love Story Teil II: Stein um Stein

Wie unser Werk sorgfältig aufgebaut wurde und dann doch kollidierte.

21.4.2020
von
Venancius Antony

Klinkersteinlegung: Business Plan

Wir mussten uns bald eingestehen, dass es uns partout nicht mehr gelang, einen Feierabend bei einem Bier und Gesprächen über Fussball ausklingen zu lassen. Die Fraktalen Strukturen und das einfachste Managementsystem der Welt für KMU schienen allgegenwärtig. Und als die Vision allzu monumentale Ausmasse anzunehmen drohte, holte mich Sascha auf den Boden der Tatsachen zurück:

Deine Brokkoli-Vision ist schön und gut. Aber ohne einen sauberen Businessplan zahlt das wohl niemand.

So machten wir uns auf an den Comersee, wo wir in den historischen Gemäuern einer herrschaftlichen Aristokratenvilla innerhalb von 3 Tagen einen fixfertigen Businessplan in unsere Notebooks "klöpften". Auch wenn die Finanzierung noch in weiter Ferne schien, eines wussten wir: Unser Produkt sollte einst Qlinker heissen. Denn genau wie unsere Ferienvilla aus robusten Klinkersteinen gebaut war, so sollte der vorliegende Businessplan der Grundstein eines Projekts, unser System die belastbare Grundlage für die unterschiedlichsten Prozesshäuser werden!

Klinkersteine als solide Grundlage von Qlinker

Per Streichholz-Entscheid zur Firmengründung

Was ebenfalls im Businessplan stand: Saschas Zugang zu den qualifizierten Entwicklern seiner Marketingfirma erwies sich als Glücksfall und war dafür verantwortlich, dass wir unser Unterfangen zu 100% innenfinanziert in Angriff nehmen konnten.

So fanden wir uns bereits im Januar 2019 in einem Notariatsbüro wieder, um den Gesellschaftervertrag der Qlinker GmbH aufzusetzen. Die Frage, wer von uns gechäftsführender Gesellschafter werden sollte, war schnell beantwortet: Das Streichholz hat entschieden.

Streichholzentscheid bei der Gründung der Qlinker GmbH

Auf die Extrameile!

Ich habe in unserer noch jungen Firmengeschichte so einiges dazugelernt. Aber am meisten hat sich meine Sicht auf die unzähligen Softwareanwendungen und Interfaces verändert, die wir täglich nutzen. Kann es wirklich sein, dass diese unter ähnlich hitzigen Diskussionen, endlosen Korrektur- und Feedbackschlaufen zustande kamen, wie Qlinker? Zugegeben, es war nicht selten meine Tüpflischiisser-Art, welche bei Sascha und den Entwicklern zu kurzen Augenrollern und einer weiteren Korrekturrunde führte. 

Wenn wir aber nicht gerade die Designer und Entwickler antrieben, endlich vorwärts zu machen, so traten wir mit potenziellen Kunden und Partnern in Kontakt, um ihnen unser Produkt oder zumindest ein Drahtmodell davon vorzustellen. So wichtig die Inputs aus diesen ersten Meetings aber auch waren und so gut es tat zu hören, dass unserer Idee in Beraterkreisen reellle Chancen eingeräumt wurden, es war eine Zeit, die uns finanziell und konditionell einiges abverlangte. Sascha schien einstweilen in seinem Büro im Neustadthof zu übernachten.

Kollision Firmennamen

Es waren aber nicht nur unsere Kernthemen - Unternehmensprozesse, QM, Vermarktung - welche uns in dieser Zeit umtrieben, sondern bald auch juristische.
Herr Mesqui, Inhaber der Zürcher Bratungsfirma Q-Linked schrieb uns bald folgende Zeilen:

Kollision Firmennamen
Die Firmennamen Q-Linked und Qlinker unterscheiden sich unserer Ansicht nach nur minim. Eine Verwechslung kann für beide Unternehmungen negative Folgen haben. Der Zweck der Unternehmungen ähnelt sich ebenfalls zu stark. Die Kombination aus gleichem Firmenzweck "Beratung" und  fast identischen Firmennamen "Qlinker vs. Q-Linked" können wir so nicht akzeptieren. [...] Wir lassen Ihnen gerne die Freiheit, selbst zu entscheiden ob Sie den Firmennamen, den Zweck oder beides anpassen möchten.

Das konnte ja heiter werden.