In Potenzialen denken - Fraktale verbinden

Vor drei Jahren überreichte Juan Pereto (Prorektor der ABB Technikerschule) Venancius sein Diplom als Techniker Unternehmensprozesse mit Vertiefung Betriebstechnik. Technisch betrachtet bezeichnete dieser Moment einen Abschluss. Menschlich gesehen war es der Beginn einer schönen Zusammenarbeit und die Eröffnung so mancher Tür im Leben eines begnadeten Jungunternehmers.

6.10.2021
von
Yanik Goetz

Faszination der Technik

«Technik ist überall anzutreffen, zukunftsgerichtet und innovativ.»

erklärt Venancius im Gespräch mit Juan Pereto seine Begeisterung für technische Themen. Diese war es, die ihn im Alter von 16 Jahren bewog, eine technische Lehre anzutreten. In seinem damaligen Lehrbetrieb der Libs Baden wurde ihm jedoch früh aufgezeigt, dass der Mensch vom technischen Konzept nie getrennt werden kann. Technik als humanes Konstrukt, stellt sich in den Dienst des Menschen und hilft, eine komplexe Welt etwas einfacher zu gestalten.

Wenn ich an meine Zeit bei der Libs zurückdenke, so sind es immer ganz und gar menschliche Episoden, die mir in den Sinn kommen.

Einen Unterschied machen

Nach der Lehre einmal im Arbeitsleben ankommen. Ein bisschen Ausgang, ein bisschen Ferien. Dieser anfängliche Vorsatz befriedigte Vena nicht im Ansatz: Er wollte einen Unterschied machen. Sich in Strukturen und Prozesse einbringen, welche in seinem damaligen Betrieb nicht optimal liefen. Er wollte auf Augenhöhe mit seinem Chef fachsimpeln. Neues lernen, Strukturen schaffen und reformieren, das treibt den Jungunternehmer an. Deshalb holte er kurzerhand die Berufsmatura nach und schrieb sich für ein Studium bei der ABB Technikerschule ein.

Technik und Leadership

Mit seinem Diplom und dem Prädikat «Bester Jahrgangsabsolvent» im Gepäck machte er sich hochmotiviert ans Werk und merkte schnell:

«Es reicht nicht, technisch die beste Lösung parat zu haben»

Menschen dazu zu bewegen, sich von lieb gewonnenen Prozessen und Routinen zu befreien, erfordert ein hohes Mass an Begeisterungs- und Führungsfähigkeit. Vena gab sich nicht damit zufrieden, seine Kolleginnen und Kollegen mitzureissen, sondern wurde in seinem damaligen Betrieb schnell auch in oberen Hierarchiestufen vorstellig. Ein langjähriger Firmenpatron alter Schule für innovative Ideen zu begeistern – das war noch einmal eine andere Nummer.

Um die Begeisterung, im Kleinen das Grosse zu sehen, in die KMU Welt zu tragen, gründete gründete er mit Sascha Herzog das Startup Fraktalwerk.

"Wir agieren in der Schnittmenge zwischen Kommunikation, Leadership und Prozessstrukturen. Ich bin Überzeugt, dass mich Sascha mit seinem kommunikativen Background perfekt ergänzt.

Fraktale – Ein Konzept aus der ABB TS-Zeit

Ein besonderer Fokus während seinem Studium an der ABB TS lag in der Projektarbeit. Vena begeistert es, in Gruppen zu arbeiten, Perspektiven auszutauschen und Probleme zu lösen.

«Ich habe gelernt, dass ich kein Einzelkämpfer bin, und Für die beste Lösung immer die Kompetenzen und das Wissen anderer erschliessen kann, sofern wir die gleichen Werte und Zielvorstellungen teilen. Ich bin überzeugt, dass wir heute Probleme so angehen sollten. »

Das Konzept der Fraktalen Strukturen – Teilen, die sich kollaborativ im Sinne eines grösseren Ganzen einbringen und begeistert werken – war eine Idee, die Vena seit seiner Zeit an der ABB TS im Kopf herumgeisterte und nicht mehr los liess.

In Potenzialen denken

Wer hätte gedacht, dass das Fraktalwerk so schnell so gross wird. «Im Kleinen das Grosse sehen» heisst für die insgesamt 8 Fraktale des Badener Startups nicht nur erkennen, woran wir als Gemeinschaft arbeiten, sondern auch «in Potenzialen denken». Dass die ABB Technikerschule diesen Wert ebenfalls stark lebt, wurde Venancius bewusst, als er seinen Ausbildungsbetrieb für den inzwischen sehr erfolgreich gewordenen Leadership Event Nacht der Fraktale begeistern konnte.

«Mit nichts mehr als einer schönen Idee, wurden wir bei Juan vorstellig. Und die Technikerschule ist spontan als Partner eingestiegen. Wir pflegen einen intensiven Austausch, welche mein Diplom und damit den ursprünglichen Beweggrund für mein Studium, längstens in den Schatten stellt.»

erinnert sich Vena.

Herzliche Gratulation

Wir gratulieren der ABB Technikerschule zum 50jährigen Bestehen. Wir danken euch für die wertvolle Zusammenarbeit und hoffen, dass noch viele junge und engagierte Menschen von eurem "Denken in Potenzialen" profitieren dürfen.

Interview mit Vena und Juan Pereto

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